Weniger Mittel für „Intel Inside” Kampagne?

Seit 1991 gibt es die Marketing-Kampagne „Intel Inside”. Während die Käufer bis dahin hauptsächlich darauf achteten, ob ihr System von IBM, Commodore, Schneider oder Vobis stammt, rückte Intel mit der Kampagne „Intel Inside” den Prozessor als zentrales Qualitätsmerkmal ins Rampenlicht und ins Bewusstsein der Käufer. Zu dieser Zeit musste sich Intel vermehrt mit Klone der damaligen 80486-Prozessoren herumschlagen. Es gab sie von AMD, Cyrix, IBM, SGS-Thomson, Texas Instruments und UMC. Dabei war Intel Inside nicht nur ein Aufkleber auf dem PC, sondern sollte die Systempartnern – sofern sie mehr als 10.000 PCs pro Jahr verkauften – davon überzeugen, lieber Plattformen aus dem Hause Intel zu verbauen. Im Gegenzug gab es kräftig Unterstützung bei der Vermarktung der Systeme. Teils war die Unterstützung durch Intel auch so erheblich, dass sich Kartellämter mit der Sache befassen mussten.

Geht es nach einem Bericht von CRN, könnte die „Intel Inside” Kampagne im Zuge der seit geraumer Zeit laufenden Umstrukturierungen künftig massiv zusammengestrichen werden:

„Intel Inside” funding cuts will impact the channel community at different levels, sources said. OEM cuts are expected to reach 40 percent to 60 percent, while larger enthusiast gaming systems builders will see a marketing cut as big as 20 percent and smaller VARs will see a marketing cut of 3 percent, according to sources.

Die frei werdenden Gelder könnten laut Bericht dafür verwendet werden, Samsungs Angriff bei Fertigungstechnologien und im Speicher-Markt abzuwehren, wo die Südkoreaner kürzlich bekannt gegeben haben, die Investitionen verdoppeln zu wollen. Intel ist (zusammen mit Micron) mit 3DXPoint und seinen 3D-NAND-Flashspeichern für SSDs und Smartphone-Speicher ein direkter Konkurrent zu Samsung, die sich anschicken, Intel den Platz an der Sonne in der Halbleiterbranche abspenstig zu machen.

Hersteller rechnen damit, dass sich Kürzungen bei „Intel Inside” in Form von höheren Preisen für (Intel-)Systeme niederschlagen könnten. Ob AMD davon profitieren kann, wird sich zeigen.