AMD tarnt Vega-Verschiebung mit Frontier Edition

In seinem Firmenblog hat Raja Koduri, Senior Vice President und Chief Architect der Radeon Technologies Group, zur kommenden High-End-GPU Vega Stellung genommen. Dort ist zu lesen, dass im Juni eine AMD Radeon Vega Frontier Edition genannte Grafikkarte auf den Markt kommen soll. Was auf den ersten Blick wie das Einlösen des gegebenen Versprechens klingt, noch im ersten Halbjahr 2017 wieder auf dem Enthusiasten-Markt für PC-Grafik mitzumischen, ist in Wahrheit eine Enttäuschung für jene Hardcore-Gamer, die auf eine konkurrenzfähige Alternative zu NVIDIA GeForce GTX 1070, 1080 oder 1080 Ti gewartet hatten. Die Frontier Edition zielt nämlich gar nicht auf Gamer, sondern – trotz fehlendem "Pro" im Namen – auf professionelle Workstations ("New Generation of Data Scientists, Visualization Professionals, and Digital Pioneers").

The Radeon Vega Frontier Edition graphics card is going to empower the pioneers creating the next generation of gaming experiences, but it does beg one question: Can you game on a Radeon Vega Frontier Edition? The answer is yes, absolutely. But because this graphics card is optimized for professional use cases (and priced accordingly), if gaming is your primary reason for buying a GPU, I’d suggest waiting just a little while longer for the lower-priced, gaming-optimized Radeon RX Vega graphics card. You’ll be glad you did.

Entsprechend rar und teuer dürfte die Frontier Edition werden. Gamer werden sich also bis zum dritten Quartal gedulden müssen, ehe die Radeon RX Vega in den Läden stehen wird.

Direkte Gründe für die Verzögerung werden keine genannt. Allerdings ist es kein Geheimnis (zumindest in der Gerüchteküche nicht), dass der für Vega vorgesehene High Bandwidth Memory der 2. Generation ("HBM2") aktuell offenbar noch nicht in ausreichender Stückzahl und Spezifikation zur Verfügung steht. Zwar soll die Frontier Edition mit 16 GiB RAM erscheinen, die angegebene Speichertransferrate lässt jedoch darauf schließen, dass der noch vor einigen Monaten anvisierte Speichertakt von 1000 MHz bei 2048 Bit Pfadbreite derzeit noch nicht darstellbar ist; selbst bei einem hochpreisigen Leuchtturmmodell wie der Radeon Vega Frontier Edition nicht. Zumindest hat der in Frage kommende Lieferant SK Hynix seine HBM2-Produktion laut jüngsten Infos nicht nur verschoben, was die Verzögerung bei Vega erklären könnte, sondern auch in den offiziell unterstützten Datenraten nach unten geschraubt.