Raja Koduri soll bei Intel High-End Grafikchips entwickeln

So ein­ver­nehm­lich und fried­lich, wie diver­se State­ments von AMD und Kodu­ri selbst den Anschein erwe­cken soll­ten, scheint die ges­tern ver­mel­de­te Tren­nung zwi­schen dem Chef der Rade­on Tech­no­lo­gies Group, Raja Kodu­ri, und AMD wohl doch nicht ver­lau­fen zu sein. Noch ges­tern Abend kam Intel mit der Mel­dung online, Kodu­ri wer­de bei Intel künf­tig GPUs für High-End-Gra­fik­kar­ten ent­wi­ckeln. Wie es scheint, ver­sucht Intel nach dem geschei­ter­ten Lar­ra­bee-Expe­ri­ment aber­mals, sich neben NVIDIA und AMD als Anbie­ter von dedi­zier­ten Gra­fik­lö­sun­gen (engl. “Dis­cre­te Gra­phics Solu­ti­ons”) zu eta­blie­ren. Mit dem kom­mu­ni­zier­ten Vor­ha­ben, sich zurück­zu­zie­hen, um künf­tig mehr Zeit für die Fami­lie zu haben, scheint es dem­nach nicht weit her zu sein, denn das Enga­ge­ment bei Intel beginnt bereits Anfang Dezem­ber 2017.

Kodu­ri, 49, joins Intel from AMD, whe­re he most recent­ly ser­ved as seni­or vice pre­si­dent and chief archi­tect of the Rade­on Tech­no­lo­gies Group. In this role, he was respon­si­ble for over­see­ing all aspects of gra­phics tech­no­lo­gies used in AMD’s APU, dis­cre­te GPU, semi-custom and GPU com­pu­te pro­ducts. Pri­or to AMD, Kodu­ri ser­ved as direc­tor of gra­phics archi­tec­tu­re at Apple Inc., whe­re he hel­ped esta­blish a lea­dership gra­phics sub-sys­tem for the Mac pro­duct fami­ly and led the tran­si­ti­on to Reti­na com­pu­ter dis­plays.

Vor­der­grün­dig könn­te man sagen, Kodu­ri muss­te sei­nen Hut neh­men, weil sei­ne Pro­jek­te Pola­ris und Vega nicht so recht zün­den woll­ten. Wie Jim Kel­ler auf CPU-Sei­te wur­de Kodu­ri GPU-sei­tig zu AMD zurück­ge­holt, um das Schiff wie­der auf Kurs zu brin­gen. Doch wäh­rend Kel­ler mit Ryzen mehr als gelie­fert hat, tun sich die AMD-GPUs nach wie vor schwer gegen NVI­DI­As Flot­te. Leis­tungs­mä­ßig ist man zwar ganz gut auf­ge­stellt, muss sich die Per­for­mance aller­dings mit einem exor­bi­tan­ten Strom­ver­brauch erkau­fen. Man könn­te schluss­fol­gern, dass Kodu­ri gehen muss­te, weil er mit dem Ziel, AMD in Sachen GPUs wie­der an die Spit­ze zu brin­gen, geschei­tert ist.

Hin­ter den Kulis­sen könn­te der Gra­ben aller­dings weit­aus tie­fer gehen. Natür­lich sind es nur Spe­ku­la­tio­nen, jedoch soll Kodu­ri mit sei­nen Anhän­gern ver­sucht haben, sich stär­ker von AMD abzuna­beln, qua­si das alte ATI wie­der­zu­be­le­ben, was ihm mit der Rade­on Techo­lo­gies Group auch zum Teil gelun­gen ist. Wäh­rend sei­ne Vor­gän­ger ver­such­ten, AMD und ATI best­mög­lich inein­an­der zu ver­zah­nen, was letzt­end­lich ent­schei­dend war für das dama­li­ge Fusi­on APU-Kon­zept, ging es mit Kodu­ri an der Spit­ze der GPU-Spar­te wie­der rück­wärts was die Inte­gra­ti­on betrifft.

Die ges­tern von eini­gen Kom­men­ta­to­ren geäu­ßer­ten Spe­ku­la­tio­nen, Kodu­ri kön­ne auch des­we­gen zu Intel gehen, um künf­ti­ge Gemein­schafts­pro­jek­te von Intel (CPU) und AMD (GPU) zu koor­di­nie­ren, schei­nen mit der Bekannt­ga­be der High-End-GPU-Ambi­tio­nen Intels obso­let. Zudem ist bis­her noch nicht kom­mu­ni­ziert wor­den, wie Intels GPU-Plä­ne aus­se­hen. Für den Fall, dass Kodu­ri und sei­ne neu geschaf­fe­ne Core and Visu­al Com­pu­ting Group ein GPU-Design vom wei­ßen Blatt Papier weg ent­wi­ckeln sol­len, dürf­te das Jah­re dau­ern. Falls das Pro­jekt jedoch auf dem exis­tie­ren­den Gen9.5 iGPU-Design wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den soll, könn­te es deut­lich schnel­ler gehen, zumal es bei Intel an der Fer­ti­gung nicht schei­tern wird.