AMD bringt Raven Ridge für den Desktop

Heu­te ist es end­lich so weit, AMD bringt die neue Zen-Archi­tek­tur nun auch für Desk­top-APUs. Bis­her muss­ten in die­sem Seg­ment noch Bris­tol Ridge und Kave­ri mit Exca­va­tor- und Steam­rol­ler-Ker­nen auf Basis der Bull­do­zer-Archi­tek­tur aus­hal­ten. Um kos­ten­güns­ti­ge Office- und Mul­ti­me­dia-PCs mit inte­grier­ter Gra­fik rea­li­sie­ren zu kön­nen, war man bei AMD zuletzt also auf nicht mehr kon­kur­renz­fä­hi­ge Platt­for­men beschränkt. Mit Raven Ridge lässt AMD nun nagel­neue Tech­no­lo­gie auf den Markt los: CPU-Ker­ne mit Zen-Archi­tek­tur, GPU-Ker­ne mit Vega-Archi­tek­tur.

Die bei­den heu­te vor­ge­stell­ten Model­le AMD Ryzen 3 2200G und Ryzen 5 2400G erset­zen zeit­gleich auch ihre direk­ten Vor­gän­ger, die Ein­stei­ger-CPUs Ryzen 3 1200 und Ryzen 5 1400 ohne iGPU. Die­se bei­den Model­le wur­den bis­her durch deak­ti­vie­ren von 50 % der Sum­mit Ridge Funk­ti­ons­ein­hei­ten rea­li­siert. Mit dem neu­en Raven-Ridge-Die lässt sich das nun für AMD deut­lich wirt­schaft­li­cher dar­stel­len, denn Raven Ridge besteht nicht mehr aus 2 CCX mit je 4 Ker­nen und je 8 MB L3-Cache, son­dern nur noch aus einem CCX mit 4 Ker­nen und nur noch 4 MB L3-Cache. Die ein­ge­spar­te Die-Flä­che wur­de für die Vega-Gra­fik auf­ge­wen­det, die im Voll­aus­bau 11 CUs auf­weist.

Raven Ridge ist zwar wie Sum­mit Ridge noch im 14-nm-Ver­fah­ren gefer­tigt, wur­de aller­dings opti­miert, sodass auch durch die Fer­ti­gung etwas Flä­che ein­ge­spart wer­den konn­te. Zudem wur­de Fein­tu­ning im Detail betrie­ben. So unter­stützt der Spei­cher­con­trol­ler nun offi­zi­ell DDR4-2933 (Sin­gle-Rank) bzw. DDR4-2667 (Dual-Rank) bei Bestü­ckung mit einem Modul. Sum­mit Ridge war hier noch auf 2667 bzw. 2400 MHz beschränkt. Zudem wur­de der Tur­bo aber­mals über­ar­bei­tet und heißt nun Pre­ci­si­on Boost 2, sodass die GPU grund­sätz­lich Vor­rang hat und der Spiel­raum in Sachen TDP und Tem­pe­ra­tur maxi­mal aus­ge­reizt wird. Zudem soll die Gra­fik­ein­heit nun auch end­lich Goo­g­les VP9-Codec, wie er auf You­Tube ein­ge­setzt wird, voll­stän­dig in Hard­ware deco­die­ren kön­nen.

Eine nega­ti­ve Neue­rung gibt es aller­dings auch. Wie Intel seit eini­gen Jah­ren spart sich nun auch AMD die paar Zehn­tel-Cent für einen ver­lö­te­ten Heat­spre­ader. Statt­des­sen befin­det sich nun auch hier bil­li­ge Wär­me­leit­pas­te zwi­schen Die und Heat­spre­ader, was die Tem­pe­ra­tu­ren regel­recht explo­die­ren lässt. Für Over­clocking ist Raven Ridge damit von vor­ne her­ein wenig geeig­net, sofern man die APU nicht köp­fen möch­te.

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