AMD Radeon Software Adrenalin Edition fügt neues Overlay hinzu und baut vorhandenes aus

In guter alter Tradition ist es auch dieses Jahr kurz vor Weihnachten so weit. Das in Kürze zum Download verfügbare neue Grafiktreiber-Paket beinhaltet jede Menge Neuerungen. Der Hersteller spricht von ca. 30 neuen oder verbesserten Funktionen. Nach zwei Jahren Crimson war es für AMD zugleich an der Zeit, dem Grafiktreiber einen neuen Beinamen zu verpassen. Fortan heißt der Treiber bis auf weiteres Radeon Software Adrenalin Edition.

Neben kleineren Verbesserungen wie der Multi-GPU-Unterstützung für den randlosen Fenstermodus oder der Möglichkeit FreeSync global oder anwendungsspezifisch zu de- oder aktivieren, hat AMD wichtige Funktionen wie Radeon Wattman, Chill, Enhanced Sync und ReLive weiter ausgebaut. Das Highlight der Adrenalin-Edition dürften aber das neue Radeon Overlay sein, welches im Spiel direkten Zugriff auf die Konfiguration des Grafiktreibers bietet. Zusätzlich wird mit AMD Link die Möglichkeit geboten, Android- oder iOS-Geräte als Second Screen zu verwenden. Beispielsweise kann so während des Spiels die Grafikkarte überwacht oder Inhalte vom PC gestreamt und geteilt werden.

Wer zudem von Zeit zu Zeit einen neuen Farbanstrich mag, kann jetzt zwischen vier verschiedenen Farbschemata für die Radeon-Einstellungen wählen. Das Compute Profile lässt sich erstmals offiziell, nicht nur in einem Hotfix-Treiber – aktivieren. Dies ist ein spezieller Modus für das Schürfen von Kryptowährung per Blockchain-Computing auf der Grafikkarte.

Nachfolgend ein Überblick über die Erweiterungen und Neuerungen in der Adrenalin-Edition:

Mit Radeon Wattman kann das Powermanagement der Radeon-Grafikkarte individuell abgestimmt werden. So kann zwischen maximaler Performance und höchster Effizienz oder irgendetwas dazwischen gewählt werden. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, eine vorgenommene Konfiguration in einer xml-Datei zu speichern, um das Profil zu einem späteren Zeitpunkt wieder laden zu können oder es mit anderen zu tauschen.

Radeon Chill reduziert die Leistungsaufnahme durch dynamische Anpassung der Framerate basierend auf den Bewegungen im Spiel.
Der Algorithmus wurde stark verbessert, sodass von einem White-List-Mechanismus auf einen Black-List-Mechanismus umgestellt werden konnte. Während also früher einzelne Spiele getestet und separat freigegeben werden mussten, kann Radeon Chill fortan automatisch in allen Spielen genutzt werden. Nur in Fällen, wo es durch Nutzung von Chill zu Fehlfunktionen kommt, setzt AMD entsprechende Spiele auf die Black-List – hier kann Chill also nicht aktiviert werden. Aktuell soll laut AMD die Black-List leer sein. Chill kann in Verbindung mit den Grafikschnittstellen für DirectX 9, 10, 11, 12 und Vulkan verwendet werden.

Frame Rate Target Control kann jetzt auch im Zusammenspiel mit der Grafikschnittstelle Vulkan verwendet werden. Mit diesem Feature lässt sich der Treiber so konfigurieren, dass er eine bestimmte Zielbildrate kontinuierlich hält. Hierdurch lässt sich die Leistungsaufnahme absenken, wenn keine maximalen FPS benötigt werden.

Enhanced Sync ist eine Alternative zur vertikalen Synchronisation, wobei geringere Reaktionszeit auf Eingaben durch den Benutzer erzielt werden. Gegenüber einer deaktivierten vertikalen Synchronisation wird Tearing reduziert und die die Bildrate fällt gleichmäßiger aus. Damit ist dieser Modus eine gute Alternative für alle, die nicht im Besitz eines FreeSync-Monitors sind.
Enhanced Sync ist jetzt für alle Grafikkarten mit einer GPU auf Basis der GCN-Architektur aktivierbar. Zudem werden fortan auch Vulkan, Notebooks, Eyefinity- und Mulit-GPU-Setups unterstützt.

Offenbar profitieren APUs jedoch noch nicht von Enhanced Sync. Auf unserem A10-7850K haben wir das Feature jedenfalls vergeblich gesucht.

Radeon Relive wird massiv aufgebohrt:

  • Effekt der Aufzeichnungsfunktion auf die FPS weiter minimiert
  • Auch im randlosen Fenstermodus können jetzt Videos aufgezeichnet werden
  • Eyefinity wird unterstützt --> Videoaufzeichnung über alle Monitore hinweg
  • Ausbau der Integration von Social-Media über den neuen Connect Tab in  Radeon Einstellungen
  • Galerie als zentrale Anlaufstelle für alle per ReLive aufgenommenen Bilder und Videos
  • Von hier aus können die Inhalte direkt zu diversen Social-Media-Kanälen hochgeladen bzw. gestreamt werden.
  • Rudimentäre Videobearbeitung um Videos zu schneiden
  • Chatfunktion innerhalb von Spielen (Facebook, Twitch, Mixer, YouTube, Weibo, …) kann auch aufgezeichnet werden
  • Vereinfachung von Mikrophon-Aufnahmen, separate Mikrophonspur
  • Simples Ersetzen von einfarbigen Hintergründen durch Bilder
  • Resource Center mit How-To-Videos von AMD

Radeon Overlay

Mit Hilfe der neuen Overlay-Funktion lassen sich Systeminformationen wie GPU-Auslastung oder aktuelle FPS im Spiel einblenden.  Außerdem bieten diverse Tabs direkt im Spiel Zugriff auf die Konfiguration von wichtigen Treiber-Funktionen  (Radeon ReLive, Radeon Chill, Frame Rate Target Control, FreeSync, Farbeinstellungen). Die Auswirkungen der jeweiligen Features können also ohne Verlassen des Spiels ausprobiert werden. Aktuell ist eine Verwendung von Radeon Overlay unter DirectX 9, 11, 12 und Vulkan möglich.

AMD Link

Das Second-Screen-Angebot kann kann über eine App auf Tablet oder Smartphone genutzt werden. Mindestvoraussetzung hierfür ist Android 5.0 oder iOS 10. Über die App kann dann die Performance verbundener Rechner überwacht werden. Außerdem lässt sich die App als Fernbedienung für ReLive verwenden.

Einen Download und weitere Infos gibts in erattes Usernews.

Abschließend zum Durchklicken der komplette Datensatz der Präsentation: