Microsoft, Apple und Realtek verlieren, Facebook verdreifacht Gewinn

Momen­tan ist die Zeit der Geschäfts­zah­len für das abge­lau­fe­ne Quar­tal. Über AMD und Intel haben wir bereits berich­tet, aber auch bei ande­ren Bran­chen­grö­ßen gibt es inter­es­san­te Entwicklungen.

Bereits letz­te Woche hat­te Micro­soft sei­ne Zah­len ver­öf­fent­licht und dabei ent­täusch­te Anle­ger zurück­ge­las­sen. Zwar wur­de nach wie vor ein Net­to­ge­winn in Höhe von 3,76 Mil­li­ar­den US-Dol­lar erwirt­schaf­tet, das ist jedoch 25 Pro­zent weni­ger als zuvor. Auch der Umsatz ging um 5,5 % auf 20,53 Mrd. US-Dol­lar zurück. Bei­des wird dem nach wie vor schwä­cheln­den PC-Markt zuge­schrie­ben, von dem Micro­soft mit sei­nen Win­dows-Betriebs­sys­te­men stark abhän­gig ist. Zudem dürf­te das Gra­tis-Upgrade-Ange­bot auf Win­dows 10, das noch bis Juli 2016 läuft, ordent­lich auf den Umsatz gedrückt haben. Posi­tiv ent­wi­ckel­te sich dage­gen das Cloud­ge­schäft mit einem Plus von 3,3 % auf 6,1 Mrd. US-Dol­lar. Azu­re soll bis zum Jahr 2018 für einen jähr­li­chen Umsatz von 20 Mrd. US-Dol­lar sorgen.

Für den Kon­kur­ren­ten Apple schien es in den letz­ten Jah­ren kein Limit nach oben zu geben. Ein Rekord­quar­tal jag­te das nächs­te, man konn­te diver­se US-ame­ri­ka­ni­sche Öl-Fir­men als wert­volls­tes Unter­neh­men der Welt über­ho­len und häuf­te bis zuletzt Bar­re­ser­ven von über 200 Mrd. US-Dol­lar an. Doch der Fir­ma mit dem Apfel-Logo scheint die Pus­te aus­zu­ge­hen. Erst­mals seit lan­ger Zeit muss­te Apple einen Umsatz­rück­gang ver­mel­den, und zwar um 13 % auf 50,56 Mrd. Dol­lar. Apple hat wie Micro­soft das Pro­blem, stark von einem Pro­dukt abhän­gig zu sein, in die­sem Fall vom iPho­ne, das rund zwei Drit­tel des Apple-Umsat­zes aus­macht. Doch hier flacht die Inno­va­ti­ons­kur­ve ab. Die Kun­den kau­fen sel­te­ner ein neu­es Smart­pho­ne, weil auch die 2 bis 3 Jah­re alten Gerä­te es noch ohne Ein­schrän­kun­gen tun. Und auch im neu­en Quar­tal soll es zunächst wei­ter berg­ab gehen. Apple rech­net mit “nur” 41 bis 43 Mrd. US-Dol­lar Umsatz.

Real­tek Semi­con­duc­tor ist den meis­ten PC-Enthu­si­as­ten ein Begriff, ste­cken die Chips die­ses Her­stel­lers doch in den meis­ten aktu­el­len PCs und Lap­tops, oft als Giga­bit-LAN-Con­trol­ler, gele­gent­lich als WiFi-Con­trol­ler, spä­tes­tens jedoch als HD-Audio-Codec. Für das letz­te Quar­tal ver­mel­de­te Real­tek einen Gewinn­rück­gang um 20 % auf NT$590 Mio. (18,3 Mio. US-Dol­lar). Der Umsatz ist jedoch um 20 % auf NT$8.98 Mrd. gestie­gen. Im März ver­mel­de­te das Unter­neh­men gar einen neu­en Rekord­um­satz iHv. NT$3.44 Mrd. Der gesun­ke­ne Quar­tals­ge­winn sei auch nicht ope­ra­ti­ver Natur, son­dern durch ungüns­ti­ge Wech­sel­kur­se entstanden.

Von all dem unbe­ein­druckt hat Face­book gestern sei­ne Zah­len ver­öf­fent­licht und dabei sowohl Anle­ger als auch Ana­lys­ten beein­druckt. So konn­te der Quar­tals­ge­winn auf 1,5 Mrd. US-Dol­lar glatt ver­drei­facht wer­den. Auch der Umsatz leg­te im Jah­res­ver­gleich um rund 52 % auf 5,38 Mrd. US-Dol­lar zu. Außer­dem ver­mel­det man mit 1,65 Mrd. akti­ven Nut­zern im Monat wei­ter­hin stei­gen­de Nut­zer­zah­len und damit vor allem mehr, als Ana­lys­ten erwar­tet hat­ten. Die Aktie leg­te ent­spre­chend nach­börs­lich zu.

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