Kryptomining mit AMD-Prozessoren – ein How-To für Interessierte

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Erste Schritte

Die ers­ten Schritte
Was braucht man nun, um sich am Mining zu betei­li­gen. Im Grunde:

1. Die Ent­schei­dung, wel­chen Coin man minen möch­te. Dar­auf kom­men wir spä­ter noch ein­mal zurück. In unse­rem Bei­spiel neh­men wir mal Monero.

2. Eine Wal­let (vir­tu­el­le Geld­bör­se) mit einer Adres­se, auf die die geschürf­ten Coins aus­be­zahlt werden.

3. Eine zum Coin pas­sen­de Mining-Software

4. Einen zum Coin pas­sen­den Pool

Die Wal­let bekommt man auf der Web­sei­te des Coin-Ent­wick­lers. Wenn wir Mone­ro minen wol­len, müs­sen wir uns von der Mone­ro-Web­sei­te eine Wal­let her­un­ter­la­den und auf dem PC instal­lie­ren. Grö­ße­re Coins haben ver­schie­de­ne Arten von Wal­lets: wel­che mit gra­fi­scher Ober­flä­che (sog. GUI-Wal­lets) oder wel­che, die man in der Kom­man­do­zei­le bedie­nen muss (CLI-Wal­let), wel­che, die die gesam­te Block­chain des Coins lokal auf den PC laden (sog. Full-Wal­lets) oder wel­che, die auf die Block­chain zugrei­fen ohne sie kom­plett her­un­ter­zu­la­den (sog. Light- oder Remo­te-Wal­lets). Da die Block­chains vie­ler Coins mitt­ler­wei­le meh­re­re Giga­byte groß sind, sind Full-Wal­lets eher nichts für Gele­gen­heits­nut­zer. Wie auch immer: man sucht sich die pas­sen­de Wal­let aus und star­tet sie. Hier erhält man dann auch die Adres­se, über die man Coins vom Pool emp­fan­gen kann.

Eine typi­sche CLI-Wallet.

 

Hier die Full-Wal­let von Mone­ro. Damit man nicht die kom­plet­te 150 GB gro­ße Block­chain her­un­ter­la­den muss, kann man in den Set­tings ein­stel­len, einen exter­nen Remo­te-Node zu verwenden.

Mining-Soft­ware gibt es wie Sand am Meer. Nicht alle unter­stüt­zen alle Coins. Man sucht sich die Mining-Soft­ware, die den gewünsch­ten Coin unter­stützt, vor­zugs­wei­se Open-Source ist, damit einem nichts unter­ge­ju­belt wer­den kann und flei­ßig gewar­tet und opti­miert wird. Die Pools geben in ihren Hil­fe-Sek­tio­nen meist Hin­wei­se dar­auf, wel­che Mining-Soft­ware man neh­men kann. Weit ver­brei­tet für Mone­ro ist die Mining-Soft­ware xmrig, die in der Fami­lie der Cryp­to­no­te-Coins groß gewor­den ist und daher hier sei­nen Schwer­punkt hat.

Beim Her­un­ter­la­den gibt es jedoch den ers­ten Schreck­mo­ment: die meis­ten Viren­scan­ner und auch Brow­ser blo­ckie­ren den Down­load erst ein­mal, da sie ja nicht sicher sein kön­nen, ob wir wirk­lich wis­sent­lich und bewusst einen Coin-Miner her­un­ter­la­den oder ob uns den jemand unter­ju­beln möch­te, um unse­re Hard­ware für sei­ne Mining-Akti­vi­tä­ten zu miss­brau­chen. In der Regel ist das also ein Fehl­alarm. Man muss sich natür­lich ver­ge­wis­sern, war­um der Viren­scan­ner meckert. Schlägt er Alarm, weil er einen Coin-Miner (oder sinn­ge­mäß­ge Bezeich­nung) gefun­den hat, dann kann man das abni­cken. Ja klar hat er einen Coin-Miner gefun­den, wir haben ja eben einen her­un­ter­ge­la­den. Vor­sicht ist gebo­ten, wenn der Viren­scan­ner etwas ande­res mel­det. Wie in jedem Down­load kön­nen böse Buben alles mög­li­che ver­ste­cken, Tro­ja­ner, Back­doors, was auch immer. Daher die Emp­feh­lung nur Open-Source-Miner zu ver­wen­den und aus­schließ­lich von der Web­sei­te des Ent­wick­lers zu laden, nicht von irgend­wo her, was in der Goog­le-Suche ganz oben stand.

Wir laden also xmrig her­un­ter und ent­pa­cken das Archiv in einen Ord­ner. Da wir aus ver­trau­ens­wür­di­ger Quel­le gela­den haben, kön­nen wir den Ord­ner in die Aus­nah­men des Viren­scan­ners auf­neh­men, damit die­ser nicht dau­ernd miss­trau­isch dazwi­schen­funkt. Bei xmrig soll­te die ers­te Akti­on sein, die xmrig.exe mit “Rechtsklick / Als Admi­nis­tra­tor aus­füh­ren” zu star­ten und dann wie­der zu schlie­ßen. Bei die­sem Schritt wird nicht nur ein Regis­try-Ein­trag gesetzt, der es ermög­licht, Large/Huge Pages zu nut­zen, was die Leis­tung erhöht, es wird auch die Hard­ware ana­ly­siert und eine dazu pas­sen­de config.json Datei erstellt. Das ist wich­tig, da die Kon­fi­gu­ra­ti­on je nach Hard­ware unter­schied­lich sein muss. Die höchs­te Hash­ra­te erzielt man, wenn die in Bear­bei­tung befind­li­chen Daten, die soge­nann­ten Scratch­pads, nicht per­ma­nent aus dem lang­sa­men RAM geholt wer­den müs­sen, son­dern in die schnel­len Caches der CPU pas­sen. Die Ran­domX-Vari­an­te von Mone­ro z.B. ver­wen­det eine Scratch­pad-Grö­ße von 2 MB je Thread. Ein Ryzen 7 2700 bei­spiels­wei­se besitzt 16 MB Last-Level-Cache. Daher wird beim geschil­der­ten ers­ten Start in die config.json geschrie­ben, dass die Mining-Soft­ware acht Threads nut­zen darf; 16 MB : 2 MB = 8. Damit nutzt die Soft­ware so vie­le Kerne/Threads wie mög­lich ohne dass der Cache überläuft.

Eine Grund­kon­fi­gu­ra­ti­on der Hard­ware ist damit erfolgt. Feh­len noch die Anga­ben auf wel­chem Pool wir minen möch­ten und auf wel­che Adres­se die Aus­zah­lung erfol­gen soll. Zur Demons­tra­ti­on wäh­len wir als Pool Hash­v­ault. Zum einen bie­tet die­ser sehr vie­le Infor­ma­tio­nen, hat eine gute Doku­men­ta­ti­on, ist ein PPLNS-Pool und es wer­den meh­re­re ver­schie­de­ne Coins unter­stützt, sodass man leicht ver­glei­chen kann, wel­cher Coin sich für die eige­ne Hard­ware am bes­ten eig­net und am meis­ten abwirft. Doch dazu spä­ter mehr.

Hash­v­ault besitzt im “Get­ting started”-Bereich einen Kon­fi­gu­ra­tor, in dem man die gewünsch­ten Anga­ben machen kann und am Ende wird eine pas­sen­de Kon­fi­gu­ra­ti­on aus­ge­spuckt. Als Pool-Port soll­te man als Gele­gen­heits­mi­ner einen mit mög­lichst nied­ri­ger Start­dif­fi­cul­ty wäh­len, denn der Pool passt die Dif­fi­cul­ty im Betrieb auto­ma­tisch nach oben an, kann aber nicht nach unten anpas­sen wenn man zu lang­sa­me Hard­ware einsetzt.

Von der fer­ti­gen Kon­fi­gu­ra­ti­on brau­chen wir nur die Sek­ti­on “pool”. Die­se mar­kie­ren wir und erset­zen damit in der config.json unse­res Miners die gleich­na­mi­ge Pas­sa­ge. Den Rest las­sen wir so wie xmrig es auf Grund­la­ge unse­rer Hard­ware ein­ge­stellt hat. Dann die config.json abspei­chern, noch einen letz­ten Neu­start, damit der Lar­ge-Pages-Ein­trag in der Regis­try greift, und es kann los­ge­hen. Nach dem Reboot die xmrig.exe star­ten und wenn kein Feh­ler pas­siert ist beim Edi­tie­ren der config.json, dann soll­te der Miner schon los­le­gen. So in etwa kann das aussehen:

Zusätz­lich kann man auf der Pool-Web­sei­te unter “Dash­board” sei­ne Wal­let-Adres­se ange­ben und sobald die Soft­ware die ers­ten Ergeb­nis­se an den Pool zurück­ge­schickt hat, soll­te der PC in der Lis­te der Worker auftauchen:

Hier bekommt man dann auch etli­che Sta­tis­ti­ken ange­zeigt, wel­che Hash­ra­te man erreicht hat gemit­telt über ver­schie­de­ne Zeit­räu­me, wie­viel Ertrag man schon erzielt hat und vie­les mehr.

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