Microsoft präsentiert Xbox-One-Prozessor auf der Hot Chips 25 — hUMA Sein oder Nichtsein?

Wie wir bereits in unse­rer frü­he­ren Mel­dung erwähn­ten, fand vor kur­zem die Hot-Chips-Kon­fe­renz statt. Neben gro­ßen Ser­ver­dies, wie dem 650 mm² gro­ßen Power8-Pro­zes­sor mit fast 100 MB L2-Cache von IBM, gab auch Micro­soft tech­ni­sche Details sei­nes auf AMDs APU-Tech­nik basie­ren­den SoC der kom­men­den Xbox One preis. Unse­re japa­ni­schen Kol­le­gen von PC-Watch Wee­kly konn­ten die wich­tigs­ten Detail­fo­li­en erhal­ten. Auf der ers­ten Folie sieht man die tech­ni­schen Eckdaten:

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Der Chip hat also eine recht mode­ra­te Grö­ße von nur 363 mm², wird bei TSMC im 28-nm-HPM-Pro­zess her­ge­stellt und besitzt ins­ge­samt 47 MB Spei­cher­zel­len. Der Groß­teil ent­fällt dabei auf 32 MB ein­ge­bet­te­tes DRAM (eDRAM), was auf einer der spä­te­ren Foli­en am unte­ren Bild­rand ein­ge­zeich­net ist:

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Im nächs­ten Bild sind auch Infor­ma­tio­nen zur Spei­cher­ko­hä­renz am rech­ten Rand zu sehen:

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Einer­seits ist zwar deut­lich, dass CPU und GPU auf den 8 GB gro­ßen Haupt­spei­cher unter Leis­tungs­ein­bu­ßen auch kohä­rent zugrei­fen kön­nen, aller­dings ist bei dem 32 MB gro­ßen eDRAM Spei­cher, der auf dem glei­chen Stück Sili­zi­um unter­ge­bracht ist, kein Kohä­renz­zu­griff ver­merkt. Dass dies aus Unacht­sam­keit pas­sier­te, darf bezwei­felt wer­den. Außer­dem ähnelt die Archi­tek­tur mit dem gemein­sam benutz­ten DRAM-Kon­trol­ler, auf den zwei Spei­cher­kon­trol­ler (im Bild blau bzw. grün) zugrei­fen, dem Auf­bau von Lla­no bzw. Trinity.

Zusam­men­fas­send kann also damit gerech­net wer­den, dass die kon­tro­vers dis­ku­tier­te, frü­he­re Aus­sa­ge eines AMD-Mit­ar­bei­ters stimmt und Micro­softs Xbox-Chip AMDs hUMA-Stan­dard wirk­lich nicht unter­stützt. Wäre es anders, so darf mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit ange­nom­men wer­den, dass Micro­soft dies bei der Prä­sen­ta­ti­on auf der tech­nisch-pro­fes­sio­nel­len Hot-Chips-Kon­fe­renz erwähnt hätte.
Die Fra­ge aber, ob dies ein gro­ßer Leis­tungs-Nach­teil gegen­über dem vol­lem HSA-Ansatz ist, ist damit nicht beant­wor­tet. Stei­gen dürf­te aber mit Sicher­heit der Pro­gram­mier­auf­wand. Dazu ver­öf­fent­lich­te AMD in ihrem bereits am Anfang erwähn­ten HSA-Vor­trag auch noch wei­te­re Foli­en, die die­sen Sach­ver­halt bild­lich darstellen:

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Mit HSA geht das Gan­ze etwas einfacher:

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Zum Abschluss alle Foli­en im Überblick: 

Quel­le: PC Watch Weekly