AMD Epyc das nächste Ziel der Crypto-Mining-Gemeinde?

Der Markt für aktu­el­le AMD-Gra­fik­kar­ten ist der­zeit im Aus­nah­me­zu­stand. Seit Wochen schon sind die Model­le Rade­on RX 570/580 oder RX 470/480 so gut wie nicht mehr erhält­lich. Auf eBay wer­den Mond­prei­se für gebrauch­te Rade­on R9 390(X) oder R9 290(X) bezahlt, die teil­wei­se über den ehe­ma­li­gen Neu­prei­sen lie­gen. Und war­um? Weil der­zeit – alle paar Jah­re wie­der – ein regel­rech­ter Run auf das Schür­fen diver­ser Kryp­towäh­rung ein­ge­setzt hat. Zuletzt war das Ende 2013 mit Lite­coin der Fall. Nach­dem die bekann­tes­te Kryp­towäh­rung Bit­coin eine Dif­fi­cul­ty erreicht hat­te, die ein wirt­schaft­li­ches Schür­fen (Mining) mit Gra­fik­kar­ten oder gar CPUs nicht mehr erlaub­te, stürz­te sich die Gemein­de damals auf den Lite­coin. Zu Hoch­zei­ten im Herbst 2013 konn­te man mit ein paar der rich­ti­gen Rade­on-Gra­fik­kar­ten in sei­nem PC zum dama­li­gen Lite­coin-Kurs pro­blem­los 40 EUR pro Tag erschür­fen. Das Ver­gnü­gen hielt aller­dings nicht lan­ge an, da die Dif­fi­cul­ty inner­halb kür­zes­ter Zeit durch die Decke ging, was die Aus­beu­te zuneh­mend ver­schlech­ter­te (bei gleich blei­ben­dem Strom­ver­brauch und stei­gen­den Strom­prei­sen), und der Lite­coin-Kurs sich zugleich zwan­zigs­tel­te über die kom­men­den Mona­te. Dann war eine zeit­lang Ruhe.

Seit kur­zem jedoch geht es wie­der auf­wärts mit den Kryp­towäh­run­gen. Der Bit­coin-Kurs hat sich inner­halb eines Jah­res ver­viel­facht, Lite­coin eben­so. Doch die­se “Old­ti­mer” ste­hen nicht im Fokus der aktu­el­len CPU- und GPU-Schür­fer. Ethe­re­um ist nun groß in Mode und der Run der Miner-Gemein­de auf die­se Kryp­towäh­rung hat dafür gesorgt, dass erwähn­te Gra­fik­kar­ten vom Typ Rade­on RX 570/580 momen­tan für End­kun­den prak­tisch nicht mehr zu bekom­men sind – welt­weit.

Was die Rade­ons der­zeit bei Ethe­re­um, könn­te der eben vor­ge­stell­te AMD Epyc bei einer ande­ren Kryp­towäh­rung wer­den: Mone­ro. Im Gegen­satz zu Lite­coin oder gar Bit­coin wur­de die Wäh­rung Mone­ro von vor­ne her­ein so kon­zi­piert, dass sie mög­lichst nicht mit spe­zi­ell ange­fer­tig­ten ASICs geschürft wer­den kann, son­dern best­mög­lich von Gene­ral Pur­po­se Pro­zes­so­ren wie CPUs oder GPUs. Auch der Wert eines XMR (Mone­ro Wäh­rungs­ein­heit) hat sich in den letz­ten Mona­ten ver­viel­facht und ist so ver­stärkt in das Faden­kreuz der Miner gerückt; in die­sem Fall der CPU-Miner, also von Leu­ten, die Zugriff haben auf vie­le schnel­le Pro­zes­so­ren.

Bei Ser­ve­the­home hat man unzäh­li­ge Pro­zes­so­ren auf ihre Eig­nung für das Mone­ro-Mining getes­tet. Anschei­nend hat man dort auch bereits Zugriff auf ein Dual-Epyc-7601-Sys­tem. Mit 3,2 KH/s hat der neue AMD-Boli­de bei wei­tem den bes­ten Wert für 2P-Sys­te­me erzielt. Zum Ver­gleich: ein Dual Intel Xeon E5-2699 V4 liegt bei ca. 1,7 KH/s, ein Intel Core i7 7700K bei ca. 0,3 KH/s.

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Inter­es­sant auch, dass das Dual-Epyc-7601-Sys­tem unter Mone­ro-Vollast auf allen Ker­nen offen­bar nur knapp 340 W Leis­tung auf­nimmt. Das wäre sehr wenig für ein Dual-Sockel-Sys­tem mit 64 Ker­nen. Dabei beto­nen die Auto­ren, dass die Firm­ware des Sys­tems noch nicht final war und kei­ner­lei Opti­mie­run­gen statt­ge­fun­den haben.

Prin­zi­pi­ell kann sich AMD natür­lich über die star­ke Nach­fra­ge aus der Miner-Gemein­de bei den Rade­ons und womög­lich bei Epyc freu­en, schließ­lich inter­es­siert es die Bilanz nicht, ob ein End­kun­de oder ein Miner das Gerät erwor­ben hat. In Sachen Markt­durch­drin­gung und Kun­den­zu­frie­den­heit wäre eine ähn­li­che Situa­ti­on für Epyc wie aktu­ell bei den Rade­on RX aller­dings fatal. Wie soll­te Epyc – wie von AMD geplant – den Xeons das Leben schwer machen, wenn sie den “ech­ten” Markt erst gar nicht errei­chen? Im Gegen­satz zu den Rade­ons der RX-Fami­lie sind Dual-Epyc-Sys­te­me aller­dings rich­tig teu­er in der Anschaf­fung. Das könn­te dedi­zier­te Miner abschre­cken; eher Admins mit Affi­ni­tät zu Cryp­towäh­run­gen dazu ver­füh­ren, “unge­nutz­te” Rechen­leis­tung der von ihnen betreu­ten Epyc-Sys­te­me für die­se Zwe­cke abzu­zwei­gen…