Kaveri mit 13 Compute-Units / 832 Shader? [Update]

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Im Internet werden gerade Benchmarkergebnisse eines AMD „Kaveri”-Chips diskutiert, die auf dem Benchportal von Sisofts Sandra aufgetaucht sind. Die Testergebnisse sind dabei weniger interessant als die ausgegebene Hardwarekonfiguration:

 

  kv-spectre-13cu-alles

Sollten die Informationen zutreffen, so würde „Kaveri” über beachtliche 13 Compute-Units (CUs) – was 832 Shader entspricht – verfügen können und läge aus Rechenleistungssicht somit zwischen einer Radeon HD 7770 (10 CUs/640 Shader) und einer Radeon HD 7790 (14 CUs / 896 Shader).

Aus Grafikleistungssicht macht dies wegen der deutlich geringeren Speicherbandbreite (128 Bit DDR3 im Sockel FM2+ gegenüber 128 Bit GDDR5 auf den Grafikkarten), die ca. nur ein Viertel beträgt, nicht viel Sinn. Jedoch schlägt die pure Rechenleistung bei GPGPU z. B. bei OpenCL-Benchmarks durch. Bei Sisoft erzielt ein „Kaveri” in einem Verschlüsselungstest somit mehr als die doppelte Leistung eines „Richland” A10-6800K mit der Radeon HD 8670D genannten internen GPU:

  6800k-vergleich

Dabei taktet die GPU des „Kaveri” aber mit nur 600 MHz und greift auf DDR3-1600 zu, während das A10-6800K-System mit 844 MHz taktet und über DDR3-2133 verfügt. In Hinblick auf spätere Versionen mit DDR4 wäre das starke GPU-Wachstum ebenfalls zu erklären.

Wegen der schrägen Anzahl von 13 CUs stellt sich natürlich auch die Frage, inwieweit es sich dabei nicht um einen Auslesefehler handeln könnte. Praktischerweise hat der gleiche User aber schon im Mai ein Verschlüsselungsergebnis hochgeladen, das laut Systeminfo auf einem „Kaveri” mit den erwarteten 8 CUs/512 Shader lief:

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Dieses System erzielte nur 5,8 GB/s, was genau im Verhältnis 8/13 zu den 9,4 GB/s des 13-CU-Systems steht. Somit hätte man ein starkes Indiz für die 13 CUs. Eine 100%-Sicherheit gibt es aber natürlich nicht. Möglicherweise gab es im Mai nur irgendeinen leistungsmindernden Bug, der jetzt behoben ist, dafür werden aber nun die CUs falsch ausgelesen. Bis auf die Windowsversion (Windows 7 / Windows 8) und einer leicht unterschiedlichen Sandraversion (19.35 / 19.44) sind die Konfiguration dabei identisch. Der gleiche User hat auch noch ein A10-5800K-System, bei dem der Grafikteil ebenfalls nur mit 600 MHz läuft. Dieses System erzielte im Benchmark lediglich 2,6 GB/s, also sogar weniger als ein Drittel des mutmaßlichen 13-CU-Kaveris.

Die weiteren Benchmarks sind unspektakulär, wobei die gemessenen 15 GB/s-Speicherbandbreite erwartungsgemäß höher als beim Vorgänger ausfallen. Laut den durchgesickerten Insider-Informationen wird Kaveri ja über einen internen 256-Bit-Bus pro Modul verfügen, so dass man mit einem höheren Single-Thread-Speicherdurchsatz rechnen konnte. Interessant ist eventuell auch, dass die Grafikeinheit als „AMD Radeon R5 M200 Series” beschrieben wird:

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 Dies passt zu AMDs neuen Namensschema, über das wir vor kurzem berichteten.

 

Update 22.09.2013:

Beim genaueren Betrachten der Sandra-Ergebnisse fiel uns auf, dass bei den Systeminformationen 1 Geräte mit 2 Threads ausgewiesen wird. Dies ist insofern merkwürdig da normalerweise – selbst bei großen Karten – nur 1 Thread pro Gerät angegeben wird. 2 Threads gibt es nur bei CrossFire-Setups mit dann auch 2 Geräten. Jedoch können wir im Moment nicht genau sagen, wie sich ein eventuelles Zusammenschalten eines „Kaveri” und einer „Hainan”-GPU (die zufällig 5 CUs hat) im System darstellen würde. In bisherigen Hybrid-CrossFire-Setups werden zwar immer beide Chips genannt und auch von Sandra angezeigt, jedoch könnte sich dies aufgrund technischer Gründen (HSA) oder simplen Marketingüberlegungen (AMDs neues Namensschema), ändern. Eine Kopplung von 8 „Kaveri”-CUs und 5 „Hainan”-CUs würde natürlich auch den gestiegenen Benchmarkwert erklären.

Quelle: Details for Computer/Device AMD BANTRY : SiSoftware Official Live Ranker.