Führt Elon Musks Tweet zu einem Umdenken bei den Kryptowährungen?

Tes­la- und SpaceX-Boss Elon Musk hat einen gespens­ti­schen Ein­fluss auf die Kurs­ver­läu­fe diver­ser Kryp­to­wäh­run­gen. Vor eini­gen Mona­ten sorg­te ein Tweet dafür, dass die Kryp­to­wäh­rung Doge­coin, die sei­ner­zeit nur als Kari­ka­tur auf den Bit­coin ent­wor­fen wor­den war, eine regel­rech­te Kurs­ex­plo­si­on erleb­te. Vor eini­gen Wochen gab es einen wei­te­ren Schub, als Musk nicht nur mit­teil­te über 1 Mrd. US-Dol­lar in Bit­coins inves­tiert zu haben, son­dern dass man ab sofort auch Tes­las mit Bit­coins kau­fen kön­ne. Der Bit­coin-Kurs und im Wind­schat­ten etli­che wei­te­re Alt­coins leg­ten dar­auf­hin deut­lich zu.

Doch es geht auch anders her­um. Vor eini­gen Tagen tei­le Musk mit, dass der Kauf von Tes­la-Fahr­zeu­gen ab sofort nicht mehr mit Bit­coins mög­lich sei, da Bit­coin auf­grund der Absi­che­rung sei­ner Block­chain mit dem PoW-Ver­fah­ren (Pro­of-of-Work) erheb­li­che Men­gen an Ener­gie ver­schwen­de und die Umwelt belas­te. Dar­auf­hin stürz­te der Bit­coin von sei­nem All­zeit­hoch von 63.000 US-Dol­lar Mit­te April auf unter 32.000 US-Dol­lar am gest­ri­gen Tag ab. Inzwi­schen hat er sich wie­der auf knapp über 40.000 US-Dol­lar gefangen.

Obwohl im Prin­zip seit jeher klar und logisch ist, dass PoW Unmen­gen an Ener­gie benö­tigt – Schät­zun­gen zufol­ge hat allein das Bit­coin-Netz­werk einen Strom­ver­brauch in Höhe der Nie­der­lan­de – ver­las­sen sich immer noch die meis­ten Kryp­to­wäh­run­gen auf das ener­gie­in­ten­si­ve Mining. Dabei gäbe es mit Pro­of-of-Sta­ke eine seit lan­gem ver­füg­ba­re Alter­na­ti­ve, die bis­her jedoch eher klei­ne­re Coins wie Oxen (ehe­mals Loki) einsetzen.

Das zweit­größ­te Kryp­to­wäh­rungs­netz Ethe­re­um hat bereits vor Jah­ren ange­kün­digt, “irgend­wann” auf PoS wech­seln zu wol­len. Bis­her ist dar­aus aber nichts gewor­den, natür­lich auch des­we­gen, weil es Gegen­wind in der Com­mu­ni­ty (vor­wie­gend von den pro­fes­sio­nel­len Minern) gab. Doch nun scheint ETH lang­sam ernst machen wol­len. Ende April wur­de das ers­te Test­net aufgelegt:

In einem Blog­ein­trag haben die ETH-Ent­wick­ler dar­ge­legt, wel­che Vor­tei­le PoS gegen­über PoW in Sachen Effi­zi­enz mitbrächte:


Quel­le: Ethereum

Ähn­lich dra­ma­tisch sieht der Ener­gie­auf­wand einer ein­zel­nen Trans­ak­ti­on aus:

Da könn­te der Tweet von Elon Musk und der dar­auf fol­gen­de Kurs­schock durch­aus Moti­va­ti­ons­sprit­ze sein, das Pro­jekt “the mer­ge” bzw. Ethe­re­um 2.0 nun doch schnel­ler vor­an­zu­trei­ben, denn das wür­de dem Argu­ment “Ener­gie­ver­schwen­dung” den Wind aus den Segeln neh­men. Reagiert hat man bereits auf den Musk-Tweet:

Auf den ers­ten Blick könn­te das auch eine gute Nach­richt für den Gra­fik­kar­ten-Markt sein, der seit Mona­ten im Aus­nah­me­zu­stand ist, da Gra­fik­kar­ten sofort von der Mining-Indus­trie vom Markt gekauft wer­den und Gamer den zwei- bis drei­fa­chen Preis dafür bezah­len müs­sen – sofern sie ihre Wunsch­kar­te über­haupt kau­fen können.

Aller­dings besteht bei einer der­art mas­si­ven Ände­rung einer Kryp­to­wäh­rung auch die Gefahr, dass die Com­mu­ni­ty die Umstel­lung nicht mit­macht, son­dern sich von der Haupt­chain abspal­tet, also einen Hard­fork mit Chain­split voll­zieht, wie es sei­ner­zeit mit ETH Clas­sic bereits gesche­hen ist. Dann gäbe es ein ETH PoW und ein ETH PoS. Ins­be­son­de­re jene Teil­neh­mer, die erst kürz­lich in sünd­haft teu­re Mining-Hard­ware inves­tiert haben, dürf­ten einer zeit­na­hen Umstel­lung auf PoS kaum wohl­wol­lend gegen­über ste­hen. Einen fixen Ter­min für die Umstel­lung auf PoS haben die ETH-Ent­wick­ler jeden­falls noch nicht genannt.

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