Offiziell: Ryzen-Entwickler Jim Keller geht zu Intel

Heu­te mor­gen war es noch ein Gerücht, als unse­re Leser die User-News pos­te­ten, Jim Kel­ler (59) wür­de E-Auto­bau­er Tes­la ver­las­sen und zu Intel wech­seln. Dass Kel­ler Tes­la ver­las­sen wür­de, wur­de als­bald bestä­tigt. Nur das Ziel sei­ner Rei­se war bis dato nur ein Gerücht.

Seit eben ist es offi­zi­ell – Jim Kel­ler, der Ent­wick­ler des AMD K7, K8 und jüngst der Zen-Archi­tek­tur, dank der AMD mit Ryzen und Epyc aktu­ell eine Wie­der­auf­er­ste­hung fei­ern darf, geht zum direk­ten Kon­kur­ren­ten Intel:

Intel today announ­ced that Jim Kel­ler will join Intel as a seni­or vice pre­si­dent. He will lead the company’s sili­con engi­nee­ring, which encom­pas­ses sys­tem-on-chip (SoC) deve­lop­ment and inte­gra­ti­on.

Kel­ler wird bei Intel auf sei­nen alten Weg­ge­fähr­ten Raja Kodu­ri tref­fen, der AMD schon Ende letz­ten Jah­res ver­las­sen hat. Die bei­den haben bereits bei Apple erfolg­reich zusam­men­ge­ar­bei­tet. Dass sich die Väter von AMD Ryzen und AMD Vega nun gemein­sam bei Intel wie­der­tref­fen, wo das R&D-Budget erheb­lich locke­rer sit­zen dürf­te, kann für AMD kei­ne gute Nach­richt sein. Kodu­ri war ein ATI-Urge­stein und wur­de zu AMD zurück­ge­holt, um die Gra­fik­spar­te auf Vor­der­mann zu brin­gen. Kel­ler kam Ende der 90er Jah­re von DEC zu AMD und war mit­ver­ant­wort­lich für die Ent­wick­lung von K7 und K8 – mit die erfolg­reichs­te Zeit von AMD – und wur­de 2012 nach dem Bull­do­zer-Fias­ko zu AMD zurück­ge­holt, um die Zen-Archi­tek­tur zu ent­wi­ckeln, dank der AMD heu­te wie­der im CPU-Ober­haus mit­mi­schen darf.

Neue Pro­zes­sor-Archi­tek­tu­ren wer­den nicht von heu­te auf mor­gen ent­wi­ckelt. Kel­ler kam 2012 zu AMD zurück, ent­wi­ckel­te die Zen-Archi­tek­tur bis 2015 und ver­ließ AMD dann wie­der Rich­tung Tes­la. Das ers­te kauf­ba­re Pro­dukt mit Zen-Archi­tek­tur, der AMD Ryzen, kam erst 2017 auf den Markt, also 5 Jah­re nach Kel­lers Rück­kehr zu AMD. Der Ein­fluss von Kel­ler und Kodu­ri wird aktu­el­le Intel-Pro­duk­te also kaum betref­fen, son­dern eher die Pro­duk­te ab 2021, wenn man unter­stellt, dass Intel mit sei­nen Res­sour­cen schnel­ler ent­wi­ckeln kann als AMD.