GlobalFoundries und AMD legen Zwischenstopp bei 12 nm ein

Mitte 2016 präsentierte AMD mit den Polaris-Grafikkarten die ersten Produkte im 14-nm-FinFET-Herstellungsverfahren, in diesem Jahr mit den Ryzen- und Epyc-Prozessoren die ersten CPUs. Alle werden bei GlobalFoundries gefertigt, daher war es überraschend, als AMD beim Financial Analyst Day 2017 im Mai verkündete, dass man noch 2017 den Tape-Out in 7 nm schaffen wolle. Auf der zugehörigen Roadmap bis 2020 waren Zen 2 und Zen 3 eingetragen, Zen 2 in 7 nm, Zen 3 im optimierten 7 nm+ Verfahren, dazwischen noch Zen+ in 14 nm+. Den Zwischenschritt 10 nm wollte man überspringen.

Heute nun erklärte GlobalFoundries im Rahmen einer Pressemitteilung, dass man für 2018 ein 12-nm-Verfahren für seine Kunden plant, das 12LP genannt wird, wobei GlobalFoundries LP nicht als Low-Power, sondern als Leading-Performance verstanden wissen möchte. Auch 12LP soll auf FinFET-Feldeffekttransistor-Technologie mit mehreren Gates zurückgreifen.

Dass, anders als auf allen Roadmaps bisher angekündigt, auch AMD-Produkte in 12LP zu erwarten sind, zeigen die Aussagen von Mark Papermaster, CTO and senior vice president of technology and engineering, AMD:

“Our deep collaboration with GF has helped AMD bring a set of leadership high-performance products to market in 2017 using 14nm FinFET technology. We plan to introduce new client and graphics products based on GF’s 12nm process technology in 2018 as a part of our focus on accelerating our product and technology momentum.”

In der Pressemitteilung wird auch explizit von einer Anwendung im Automotiv-Bereich gesprochen, was gut zur heutigen Meldung über AMDs Tesla-Ambitionen passen würde, ein Feld, in dem AMD aktuell nicht tätig ist.

Es darf jedoch zurecht bezweifelt werden, dass GlobalFoundries „mal eben schnell” einen 12-nm-Prozess aus dem Hut zaubern kann. Es könnte sich dabei um ein verfeinertes 14-nm-Verfahren handeln, das AMD schon seit Monaten als 14nm+ auf den Roadmaps stehen hat. Da sich die verschiedenen Foundrys mittlerweile mit niedrigeren Nanometer-Angaben gegenseitig zu übertrumpfen versuchen und der Wert längst nicht mehr von der tatsächlichen Gatelänge abhängt wie es früher mal der Fall war, könnte es sich auch schlichtweg um eine Marketing-Aktion handeln; „12LP” statt „14nm+”. Damit bliebe technologisch alles beim Alten.