Erste Ryzen-Benchmarks zeigen gute Werte (CPU-Mark)

Bereits im Dezem­ber haben wir hier in der Com­mu­ni­ty bei­na­he 100 Ver­gleichs­wer­te zum Ren­der-Bench­mark Blen­der zusam­men­ge­tra­gen, um auf Basis von Wer­ten eines Ryzen-Engi­nee­ring-Sam­ples, die AMD selbst ver­öf­fent­lich­te, eine ers­te Stand­ort-Bestim­mung durch­zu­füh­ren. Schon damals, mit einem alten Step­ping und ohne Tur­bo, konn­te man sehen, dass Ryzen aus einem ganz ande­ren Holz geschnitzt ist als Bull­do­zer. Gegen­über sei­nem direk­ten Vor­gän­ger Vis­he­ra rech­ne­te Ryzen bei­na­he 4-mal so schnell und erreich­te damit ziem­lich genau die Leis­tung der 1000-Dol­lar-CPU Intel Core i7-6900K. Wer die Wer­te noch ein­mal in Ruhe stu­die­ren möch­te, kann sie hier fin­den.

Nun, zwei Mona­te spä­ter, sind im Anandtech-Forum CPU-Mark-Wer­te eines fina­len AMD Ryzen 7 1700X auf­ge­taucht. Das Pos­ting wur­de inzwi­schen wie­der aus dem Live-Forum gelöscht, aber bekannt­lich ver­gisst das Inter­net nichts, wenn es erst ein­mal archi­viert wur­de. Der Ryzen 7 1700X wird nicht das Top­mo­dell der Serie wer­den, arbei­tet wohl “nur” mit 3.4 GHz Basis- und 3.8 GHz Tur­botak­tung, wie wir ges­tern gese­hen haben. Zudem wur­de der Pro­zes­sor anschei­nend auf einem Main­board mit AMD-A320-Chip­satz getes­tet, was dazu geführt haben dürf­te, dass XFR nicht aktiv war, jenes Fea­ture, das Ryzen bei guter Küh­lung so hoch tak­tet, wie es die über 70 im Die ver­bau­ten Sen­so­ren erlau­ben.

Trotz die­ses Han­di­caps sehen die Wer­te sehr gut aus. Aus­nah­men sind Prime Num­bers und Phy­sics, wo Ryzen trotz sei­ner 8 Ker­ne nur in etwa die Leis­tung des schnells­ten Intel-4-Kern-Pro­zes­sors Kaby Lake erreicht. Womög­lich sind das jene Tests, die stark auf AVX(2)-Code set­zen. Wie wir in unse­rem aus­führ­li­chen Archi­tek­tur-Arti­kel bereits gezeigt haben, ist die­ses Sze­na­rio nicht ide­al für Zen, da AMD im Gegen­satz zu Intel die SIMD-Ein­heit nur 128 Bit breit aus­ge­legt hat. 256 Bit brei­te AVX-Befeh­le müs­sen daher zwei­ge­teilt durch­ge­schleust wer­den. Da AVX-Code in der Pra­xis kaum vor­kommt (Aus­nah­me: hoch­op­ti­mier­te HPC- oder Video-Enco­ding-Soft­ware), dürf­te der Rück­stand in die­sen Teil­dis­zi­pli­nen ver­kraft­bar sein, schließ­lich reicht es immer noch, um das Kaby-Lake-Top­mo­dell zu schla­gen.


Aus: AMD-Ryzen-Sor­ti­ment – das Bild wird kla­rer

Nun ist auch CPU-Mark nur ein syn­the­ti­scher Bench­mark, wenn auch mit unter­schied­li­chen Dis­zi­pli­nen. Zudem ist nicht klar, unter wel­chen Umstän­den die Wer­te ent­stan­den sind (genaue Kon­fi­gu­ra­ti­on) und iden­ti­sche Test­be­din­gun­gen haben wohl eben­falls nicht geherrscht. Das heißt, es gibt noch viel Luft für Unsi­cher­hei­ten. Den­noch scheint – sofern die Wer­te eini­ger­ma­ßen der Rea­li­tät ent­spre­chen – das spe­ku­lier­te Preis­ge­fü­ge zu pas­sen. An den 1000 Dol­lar teu­ren i7-6900K kommt der 1700X nicht ganz her­an. Gegen­über dem gut 400 Dol­lar teu­ren i7-6800K mit 6 Ker­nen und 12 Threads jedoch scheint man gut auf­ge­stellt zu sein, den nicht viel güns­ti­ge­ren i7-7700K scheint der 1700X im Griff zu haben.

Auch an die­ser Stel­le wie­der der Hin­weis: Selbst wenn die Infos mitt­ler­wei­le zuneh­mend kon­kre­ter wer­den, darf nicht ver­ges­sen wer­den, dass es sich hier­bei noch immer um inof­fi­zi­el­le, nicht bestä­tig­te Gerüch­te han­delt.