AMD Epyc nun auch im Sortiment von Dell EMC

Bereits im Juni 2017 hatte AMD seinen neuen Server-Prozessor Epyc vorgestellt. Der neue Bolide basiert wie Ryzen auf der neuen Zen-Architektur und soll AMD nach Jahren der Dürre im Servermarkt wieder auf Augenhöhe mit Intel bringen. Das Feedback auf Epyc fiel – abgesehen von ein paar Nadelstichen aus der Intel-Ecke – durchaus positiv aus. Dass Epyc wie sein Bruder Ryzen im Desktop-Bereich jedoch sofort eingeschlagen hätte wie eine Bombe, das kann man nicht behaupten, da ticken die Uhren im Serverbereich anders. Zunächst feilte AMD noch geraume Zeit an der Firmware herum und dann waren kleine Anbieter wie Supermicro oder Tyan, die man in großen Rechenzentren eher nicht findet, lange die einzigen Anbieter. Erst sehr spät im Jahr kam mit HPE ein echtes Schwergewicht im Servermarkt hinzu, ebenso der Cloudanbieter Microsoft (Azure) und die chinesische Suchmaschine Baidu. Allerdings war es zu diesem Zeitpunkt wohl schon zu spät, als dass sich Epyc-Verkäufe noch nennenswert auf die 2017er Geschäftszahlen von AMD hätten auswirken können.

Nun jedoch hat Dell EMC eine komplette Palette an Server-Modellen mit AMD Epyc vorgestellt. Mit HPE und Dell EMC hat AMD nun zwei Partner im Boot, die zusammen beinahe die Hälfte des Servermarktes nach Umsatz unter sich aufteilen. Die Partnerschaft mit Dell EMC ist schon aus dem Grund besonders hervorzuheben, da Dell eigentlich traditionell Intel-Land ist. Umso überraschender ist es, dass Dell EMC nicht nur ein Alibi-Modell vorgestellt hat, das im Wettbewerb uninteressant ist, sondern eine breit konfigurierbare Auswahl an Modellen. Sie erweitern die 14. Generation der Dell EMC PowerEdge Serie und hören auf die Bezeichnungen PowerEdge R6415, PowerEdge R7415 und PowerEdge R7425. Die ersten beiden sind Single-Sockel-Lösungen in 1HE- und 2HE-Bauweise, während der PowerEdge R7425 ein ausgewachsenes Dual-Sockel-System in zwei Höheneinheiten darstellt, das mit allem bestückt werden kann, was AMD für die Plattform vorsieht, inklusive zwei 32-Kern-Prozessoren mit insgesamt 128 Threads, 32 DDR4-RDIMM/-LRDIMMs und diverse Storage- und Kommunikationsgeräte für die obligatorischen 128 PCIe-Lanes.

Das günstigste Modell beginnt im Konfigurator bei 2.179,00 US-Dollar; lauffähig, also kein Barebone. Allerdings erhöht sich der Preis selbstredend noch enorm, wenn der Server artgerecht bestückt wird. Laut Dell EMC sind die Geräte ab sofort verfügbar.