AMD Catalyst Omega: Spezialedition vom Treiberpaket bringt Downsampling für Radeons und viele weitere Neuerungen

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AMD Catalyst Omega

Als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk stellt AMD heute eine Spezialedition des Catalyst-Treiberpakets bereit, die vollgepackt ist mit neuen Features. Dazu zählen beispielsweise das langersehnte Downsampling, OpenCL 2.0 und DisplayPort Adaptive-Sync (FreeSync), um nur einige Highlights zu nennen. Außerdem hat das Treiberteam an Performanceoptimierungen gearbeitet und eine große Anzahl von Bugs behoben, zu denen auch die über das entsprechende Formular von Nutzern gemeldeten Top 30 zählen. Um die herausgehobene Stellung des heutigen WHQL-Releases zu unterstreichen, hat das Treiberpaket sogar einen speziellen Namen erhalten: Catalyst Omega. Moment! War da nicht mal was? Ältere Semester werden sich an dieser Stelle wahrscheinlich an die „guten alten Zeiten” erinnern, denn Omega-Treiber gab es schon einmal, allerdings damals in Form eines von einem Programmierer in dessen Freizeit modifizierten Treiberpakets.

Virtual Super Resolution

Mit dem Catalyst Omega hält eine von Enthusiasten seit Jahren ersehnte Funktion Einzug: Downsampling oder Virtual Super Resolution (VSR), wie AMD es nennt. Dabei handelt es sich um eine spezielle Version von Supersample-Anti-Aliasing (SSAA, genauer: Ordered Grid Supersample-Anti-Aliasing, oder kurz OGSSAA), die auch in Spielen funktioniert, welche keine Unterstützung für die übliche Kantenglättung mittels Multisample-Anti-Aliasing (MSAA) bieten. Zusätzlich verringert OGSSAA Flimmern. Mit VSR wird zunächst das Bild in einer Auflösung oberhalb der nativen Auflösung des angeschlossenen Displays berechnet und dann herunterskaliert. Im Falle einer „internen” UHD-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) und der Ausgabe auf einem FullHD-Display (1920 x 1080 Pixel) muss somit die vierfache Anzahl von Pixeln berechnet werden, was theoretisch die Rechenlast pro Bild vervierfacht.

Um VSR zu aktivieren, muss im Catalyst Control Center (CCC) in den Bildschirmeinstellungen ein Haken bei Virtual Super Resolution gesetzt werden. Danach sollten in den Grafikoptionen der Spiele auch Auflösungen auswählbar sein, die oberhalb der vom angeschlossenen Display, aber unterhalb von UHD liegen.

Zum Start ist VSR allerdings nur auf den Radeon R9 295X2, R9 290(X) und R9 285 freigeschaltet, was aber zu verschmerzen sein dürfte, da VSR die schwächeren Grafikkarten schnell überfordern dürfte. Laut AMD wurde die Funktion erst auf diesen Grafikkarten validiert. Die Unterstützung für weitere Grafikkarten wurde in Aussicht gestellt. Aktuell plant AMD in naher Zukunft ein „Phase 2 Update”, mit dem VSR für alle dedizierten Radeon-Grafikkarten ab der Radeon R7 260 ermöglicht werden soll. Zu älteren Modellen aus der Serie Radeon HD 7000, die ebenfalls auf der GNC-Architektur basieren und zum Teil in leicht abgewandelter Konfiguration unter neuem Namen Teil der Radeon-Rx-2xx-Serie sind, gibt es auch auf Nachfrage keine diesbezüglichen Informationen.


Übersicht verfügbarer VSR-Modi

AMD nutzt für die eigene Implementierung von Downsampling eine Hardware-Einheit der GPU, um das vom Spiel gerenderte Bild auf die Ausgabeauflösung für den angeschlossenen Bildschirm herunter zu skalieren. Ebendiese Hardware-Skalierer verfügen innerhalb der Radeon-Rx-2xx-Serie über unterschiedliche Fähigkeiten, was sich in den unterstützten Auflösungen widerspiegelt. Entsprechend wird es wohl auch mit „Phase 2” in Abhängigkeit von der GPU Unterschiede bei den unterstützen VSR-Modi geben.

Display-Technologie

Wie schon vom „Gaming Scientist” Richard Huddy angekündigt, bietet der Catalyst Omega erstmals die für das Projekt FreeSync notwendige Funktionalität, um Monitore über DisplayPort Adaptive-Sync anzusteuern. Adaptive-Sync ist Bestandteil des VESA-Standards DisplayPort 1.2a und sorgt für eine Synchronisierung von Bereitstellung eines Bildes durch die Grafikkarte und dessen Anzeige auf dem Monitor. Hierdurch lassen sich Tearing-Effekte und Stottern vermeiden. Erste Displays mit Unterstützung für Adaptive-Sync sollen im ersten Quartal verfügbar werden. Samsung hat erst kürzlich entsprechende Modelle offiziell angekündigt.

Auch wenn die Fußnote auf Folie 21 etwas anderes aussagt, bestätigt uns AMD auf Nachfrage, dass Catalyst Omega bereits FreeSync unterstützt. Außerdem muss die Grafikkarte hardwareseitig über die notwendige Funktionalität in der Display-Engine verfügen. Dies ist bei den dedizierten Grafikkarten AMD Radeon R9 295X2, R9 290X, R9 290, R9 285, R7 260X, R7 260 und HD 7790 der Fall. Selbiges gilt für die APUs Kaveri, Kabini, Temash, Beema und Mullins. Alle anderen Grafikkarten der Generationen Radeon HD 7000, HD 8000 und Rx 2xx erfüllen nur teilweise die technischen Voraussetzungen, sodass hier Adaptive-Sync nur für die Videowiedergabe und zur Energieeinsparung verwendet werden kann, nicht aber für tearing- und stotterfreies Spielen. Sollte es bei bestimmten Spielen zu Problemen mit Adaptive-Sync kommen, stellt das CCC eine Option zur Deaktivierung der dynamischen Bildwechselrate bereit.

Darüber hinaus können die dedizierten Grafikkarten ab diesem Grafiktreiber jetzt auch Displays wie das Dell UP2715K mit einer Auflösung von 5120x2880 Pixel (5K) bei 60 Hz über zwei DisplayPort-1.2-Anschlüsse ansteuern. Wohl eher für professionelle Einsatzzwecke ist die Erweiterung für Eyefinity gedacht, die künftig die Ansteuerung von bis zu 24 Displays (vier GPUs mit jeweils 6 Displays) ohne spezielle Zusatzhardware ermöglicht. Zudem will AMD erneut die Konfiguration und Handhabung der Multi-Monitor-Lösung optimiert haben.

Weiterhin verfügt der Treiber über eine schnellere Erkennung von neuangeschlossenen Displays. Wer beispielsweise häufiger sein Notebook mit einem zusätzlichen Display verbindet, wird dies durchaus zu schätzen wissen. Wir haben keine Stoppuhr verwendet, aus eigener Erfahrung können wir aber sagen, dass es sich definitiv schneller anfühlt.

Video-Postprocessing

Fluid Motion Video, was durch die Berechnung von Zwischenbildern eine flüssigere Blu-ray-Wiedergabe ermöglichen soll, wird jetzt bereits auf APUs mit einer TDP ab 35 W zur Verfügung stehen. Offenbar kann diese Funktion nur im Zusammenspiel mit CyberLink PowerDVD 14 verwendet werden.
Auch die Postprocessing-Filter zur Verbesserung der Qualität von stark komprimierten Videos (geringe Bitrate) mit geringer Auflösung wurden überarbeitet und sollen jetzt ein besseres Ergebnis liefern. Besitzer eines UHD/4K-Bildschirms und mindestens einer Radeon R7 260 profitieren vom Hochskalierungsfilter für FullHD-Vdieos.

Neuauflage der eXternal Graphics Platform (XGP)

Externe Grafiklösungen für Notebooks hat AMD in der Vergangenheit schon in unterschiedlichen Ausprägungen unterstützt. Mit dem Catalyst Omega gilt dies nun auch für den kürzlich von Alienware vorgestellten Graphics Amplifier, der die Kombination eines recht mobilen 13,3″-Gaming-Notebooks mit einer sehr potenten Desktop-Grafikkarte beispielsweise vom Kaliber einer Radeon R9 290X ermöglicht. Entsprechend gigantisch fallen die Steigerungen bei den FPS aus. Allerdings konnte sich in der Vergangenheit keine derartige Lösung wirklich am Markt durchsetzen. Allein der Verkaufspreis für den Alienware Graphics Amplifier ohne jede Grafikkarte von 249 € dürfte bereits viele potentielle Kunden abschrecken.

Mantle-Update

Der Gaming Evolved Client von Raptr soll heute ebenfalls in einer neuen Version erscheinen, die Unterstützung für Mantle bietet, sodass Videos auch unter Verwendung der Mantle-API aufgezeichnet und gestreamt werden können. Bisher war dies nur im DirectX-Modus möglich. Zudem kann mit Hilfe des Clients ein FPS-Overlay jetzt auch in Mantle-Titeln eingeblendet werden.

Weitere Features und Übersicht

Auf nachfolgenden Folien hat AMD sämtliche neuen Features zusammengefasst. Dazu gehören auch kleinere Verbesserungen am Catalyst Install Manager (CIM), wodurch die Anzahl an Klicks reduziert wurde, und das CIM-Fenster soll sich jetzt besser an die Größe des Displays anpassen. Speziell auf Geräten mit geringer Auflösung konnte das Fenster bisher recht unhandlich sein. Für weniger versierte Nutzer steht bereits seit einiger Zeit für Windows die Autodetect Software Utility zur Verfügung. Auch dieses Tool will AMD verbessert haben, sodass die Hardwareerkennung jetzt besser funktioniert.
Interessant hört sich auch die neue Funktion „Configurable UVD Sessions” an, welche die parallele Dekodierung von bis zu 20 Videostreams erlaubt. Leider liegen uns hierzu keine weiteren Informationen vor. Laut AMD wird dieses Feature nur für Embedded-Produkte angeboten.

Nutzer von Linux dürfen sich über die Unterstützung für die Video Acceleration API (VAAPI) freuen, was das Anwendungsfeld der UVD-Einheiten in Videoplayern zur Dekodierung von Videos erweitert. Zusätzlich sollen spezielle Pakete für bestimmte Distributionen die Verwendung des Catalyst-Treibers vereinfachen.
Die Integration von OpenGL ES 3.0, welches in erster Linie für mobile Geräte (Tablets und Smartphones) gedacht ist und OpenGL 3.3 – jedoch ohne die Geometry Shader – recht nahekommt, dürfte nur Relevanz für Entwickler von Anwendungen für ebendiese Endgerätekategorie besitzen.

Auf der zweiten Seite sollen AMDs Anstrengungen zur Verbesserung der Treiberqualität beleuchtet werden.

» Treiber-Qualität